Jahreshauptversammlung unserer Feuerwehr
Vorsitzender Michael Zillner erinnerte an die Besuche der befreundeten Wehren in den Partnergemeinden Tscherms und Raschau zu Jubiläen, an das Eisstockturnier, an die Teilnahme beim Leonhardi-Ritt und am Starkbierfest. Am Kulturfest der Gemeinde beteiligte sich die Wehr mit einem Getränke- und Hamburgerverkaufsstand und nahm am Festsonntag, Festzug und Gottesdienst teil.
Aufgrund der Wetterlage musste erstmals nach drei Jahrzehnten das Dorffest der Feuerwehr abgesagt werden. Die Flughafenfeuerwehr Salzburg wurde beim Vereinsausflug besichtigt und auch beim Grassauer Advent wirkten die Floriansjünger mit einem Stand mit.
Vor fünfzehn Jahren, so blickte der Vorsitzende zurück, übernahm er von Peter Ritzer den Vorsitz und hatte einen erfahrenen Lehrmeister. Viele Höhepunkte gab es in diesen Jahren, darunter Fahrzeugweihen, Vereinsausflüge und Dorffeste. Bereits im vergangenen Jahr habe er seinen Rücktritt angezeigt und sei froh, in Florian Gradl einen erfahrenen Nachfolger gefunden zu haben.
Die Jugendarbeit ließ Jugendwart Ludwig Hafner Revue passieren. Auch er teilte seine Erfahrungen als Jugendwart der vergangenen zehn Jahre. Damals waren er und der zweite Jugendwart Stefan Nagele gerade einmal 19 Jahre alt. Die Jugendwerbung wurde vorangetrieben und seit 2024 arbeiten Niels Fischer und Raphael Blösl als Unterstützung mit.
Die Jugend trifft sich im Feuerwehrhaus, organisiert die Christbaumsammelaktion und übt gemeinsam mit den Nachbarwehren. Derzeit werden 23 Jugendliche für die Übernahme in die aktive Mannschaft ausgebildet. Bei 42 Aktionen wurden 1.400 Stunden geleistet und bei verschiedenen Übungen der Notfall geprobt.
„Wir stehen gut da“, betonte Kommandant Konrad Nagele und konnte von 72 Aktiven berichten. Auch die Jugend stelle mit 23 Mitgliedern eine respektable Gruppe. Ein Nachteil sei, dass der Platz im Haus für die Einsatzkleidung ausgeht, doch auch da werde Abhilfe geschaffen. Im vergangenen Jahr wurde die Wehr 108 Mal gerufen. Darunter gab es 30 Brandmeldungen, 64 Hilfeleistungen, acht Verkehrsunfälle und sechs vorbeugende Maßnahmen zu meistern.
Mit den Übungen und Veranstaltungen summierten sich die ehrenamtlich geleisteten Stunden auf zwischen 6.500 und 7.000. Nagele informierte zudem über die Lehrgänge. Kurz ging er auch auf die größten Einsätze ein, darunter auf einen schweren Arbeitsunfall mit zwei Personen, die von Betonteilen begraben wurden, einen Kellerbrand und Zimmerbrand sowie einen Einsatz mit einem Bagger im Bachbett. Kein alltäglicher Einsatz war die Explosion in einem Wohnhaus, ebenso die Bergung eines Pkw im Ansetzbecken bei den Katek Werk.
„Mit Blick von außen bin ich schwer beeindruckt, was ihr alles leistet und was für euch alles selbstverständlich ist“, lobte Bürgermeister Stefan Kattari und zeigte sich stolz, zwei funktionierende Feuerwehren, die Grassauer wie die Rottauer, im Gemeindegebiet zu haben.
Unter der Wahlleitung von Bürgermeister Kattari konnte Florian Gradl zum ersten Vorsitzenden gewählt werden. Er löst damit Michael Zillner ab. Auch Hans Göls stellte sich einer Wiederwahl nicht mehr. An seine Stelle als zweiter Vorsitzender tritt nun nach mehrheitlicher Wahl Ruppert Ganslmaier. Die Kassenführerin Vanessa Göls wurde in ihrem Amt bestätigt.
Nicht mehr kandidieren wollte Schriftführer Martin Weidner, der über 30 Jahre Vereinsgeschichte als Schriftführer festgehalten und insgesamt 50 Jahre sortiert habe. „Behaltet das in Ehren“, bat er und gab zudem ein paar kuriose Einblicke in die Vereinsgeschichte. Als neue wurde Schriftführerin Michaela Pfautsch gewählt.
Einen Wechsel gibt es auch in der Jugendleitung. Erster Jugendwart Ludwig Hafner gab die Leitung an Niels Fischer ab und für Stefan Nagele, bislang zweiter Jugendwart, tritt Raphael Blösl ein. Ludwig Hafner bleibt als dritter Jugendwart erhalten. Mannschaftssprecher wurden Florian Hübner und Simon Mrazek.
Kreisbrandinspektor Rupert Kink freute die lockere und humorvolle Veranstaltung, die ein wenig über die anstrengende, ehrenamtliche Arbeit hinwegsehe. Er wünschte der neuen Vorstandschaft ein gutes Händchen und lobte die hervorragende Jugendarbeit. Die Einsätze seien bayernweit im Jahr 2025 zurückgegangen, da es keine Großschadenslagen durch Unwetter gegeben habe. Das heiße aber nicht, dass man sich zurücklehnen dürfe, folgerte er. Durch die politische, überregionale Sicherheitslage werden auf die Feuerwehren weitere Aufgaben zukommen, prophezeite der Inspektor.
Der Leiter der Traunsteiner Polizeiinspektion, Polizeidirektor Gerrit Gottwald, stellte sich den Kameraden vor, betonte, dass die Feuerwehr Grassau einen guten Ruf genieße und er großen Respekt vor dem Ehrenamt habe.
Hoch verdiente Kameraden wurden geehrt. Michael Zillner bezeichnete dies als „besondere Knaller“. Zum einen wurde Martin Weidner für 30 Jahre Schriftführung geehrt. Geehrt wurde ebenfalls Karl-Heinz Neumann, der 30 Jahre als Fähnrich agierte, und der „Oberknaller“, so Zillner, ist Klaus Zeisberger, der 34 Jahre lang die Kasse geprüft habe.
Auch die Kreisbrandinspektion ehrte verdiente Kameraden. So wurden für 25 aktive Dienstjahre Michael Zillner und Franz Irger ausgezeichnet. Letztlich wurden noch kurz die wichtigsten Termine bekannt gegeben. So beteiligt sich die Feuerwehr am 155. Jubiläum des Patenvereins Feuerwehr Bergen am Freitag, 17. Mai. Ungewöhnlich, aber vielleicht in diesem Jahr bei schönem Wetter, soll das Dorffest bereits am Samstag, 13. Juni, stattfinden, wiederum im Hefterareal. Anfang August ist die Feuerwehr zu Gast beim Festabend zum 100-jährigen Bestehen des Chiemgau Alpenverbands in Marquartstein.